Fraser Island
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Fraser Island

Erfahrungsbericht und Tipps: Ein Tag auf Fraser Island mit einem gemieteten 4WD

Fraser Island
Fraser Island ist mit über 1800 km² die größte Sandinsel der Welt. Sie befindet sich an der südlichen Küste von Queensland, etwa 300 km im Norden von Brisbane. Bekannt ist Fraser Island unter anderem für die vielen Süßwasserseen, vor allem für den kristallklaren Lake McKenzie, der nur fünf Meter tief ist, wodurch das hellblaue Wasser des schönen Sees richtig zur Geltung kommt. Weitere Gewässer sind zum Beispiel Lake Wabby und Eli Creek. Der Strand von Fraser Island ist etwa 120 km lang – gefahren werden kann mit dem 4WD lediglich auf der Ostseite der Insel. Dieser Strand ist der offizielle Highway der Insel und ist am besten geeignet um größere Strecken auf Fraser Island zu schaffen und das Meer zu beobachten. Autos dürfen mit bis zu 80km/h am Meer entlang fahren. Ein weiteres Highlight der Insel sind die vielen Dingos, die man hier zu Gesicht bekommen kann.

 
 

Vorbereitungen für den Trip auf die Insel

Meine Familie kam im Juli zu Besuch und wir wollten unbedingt einen Tag auf Fraser Island verbringen. Also habe bereits im Mai ich angefangen nach einem Hotel in Hervey Bay zu suchen und mich über die Insel schlau zu machen. Ein Hotel war schnell gefunden, allerdings muss man mit etwas höheren Preisen rechnen, da der Urlaubsort auf Grund der Nähe zu den Fähren sehr beliebt ist. Anschließend habe ich nach einem Auto gesucht – die Sandinsel kann nur mit einem 4WD befahren werden. Die Suche nach dem Auto hat sich als alles andere als leicht herausgestellt – wir haben uns übrigens gegen eine Tour entschieden, da meine Familie kaum Englisch spricht, wir flexibel und unabhängig sein wollten und die Tour pro Person 165 Dollar kostet (Stand: 07/2010). Ein passendes Auto bekommt man online bei verschiedenen Reiseanbietern, die sich auf Fraser Island spezialisiert haben. Doch auch diese Reiseanbieter verlangen meistens Preise pro Person und waren nicht günstig. Ein Auto bei einer normalen Autovermietung kann nicht mit auf die Insel genommen werden – aus versicherungstechnischen Gründen ist dies nicht möglich. Allerdings weisen die Autovermietungen einen darauf nicht hin, man sollte also gezielt nachfragen, bevor man ein Auto für eine Sandinsel mietet. Schließlich habe ich das Telefon in die Hand genommen – in Deutschland wäre das Buchen eines Autos per Internet sicherlich günstiger und einfacher, doch in Australien ist dies nicht der Fall. Letztendlich haben wir einen 4WD über eine Touristeninformation gebucht und nicht pro Person gezahlt, sondern einen Standardpreis für das Auto pro Tag.

 
 

Der Trip auf Fraser Island

Am Tag unserer Ankunft in Hervey Bay mussten wir zu einer kurzen Einführung hinsichtlich der Regeln des Fahrens auf der Insel und unser Auto haben wir direkt am nächsten Morgen auf der Insel erhalten – hier gibt es nur eine Autovermietung. Wir haben letztendlich mit Zusatzversicherung etwa 350 Dollar für das Auto gezahlt (wir waren zu viert, das Auto hätte aber auch mit voller Besatzung – 9 Sitze – nicht mehr gekostet). Mit diesem Preis waren wir sehr zufrieden. Hätte ich gleich zum Telefon gegriffen, hätte ich mir viel Zeit gespart.

Wir sind mit der Fähre von River Heads nach Kingfisher Bay gefahren. Die Fahrt kostet mit Auto etwa 150 Dollar und ohne Auto pro Person etwa 50 Dollar (jeweils Hin- und Rückfahrt). Die Überfahrt hat 50 Minuten gedauert und auf der Fähre gibt es die Möglichkeit zu Frühstücken – die Preise sind keineswegs überteuert.

Nachdem wir angekommen waren, haben wir an der Rezeption des Resorts noch eine Fahrerlaubnis abgeholt und unser Auto aufgesucht. Schon konnte es losgehen und der Anfang hat es gleich in sich: hügelig und steil bergauf wurden unsere Fahrkünste auf die Probe gestellt. Es war sehr holprig und wackelig, doch es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sind weiter ins Inselinnere eingedrungen und haben direkt zu Beginn einen Dingo gesehen, der einige Zeit vor unserem Auto hergelaufen ist. Nach etwa 30 Minuten Fahrt haben wir Lake Wabby erreicht und die Aussicht genossen. Anschließend sind wir auf den Highway gefahren und haben das Meer bestaunt. Weitere Stationen waren Eli Creek, das gestrandete Schiff und die Sandberge „The Pinnacles“.

Leider ist ein Tag ein wenig zu kurz, um alles zu sehen. Der beliebteste See Lake McKenzie war zur Zeit unseres Ausfluges leider gesperrt, was wir aber schon vorher wussten und kein Grund war, die Insel nicht zu besuchen. Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt. Da wir im Winter auf der Insel waren, gab es nicht zu viele Touristen und man hatte manchmal sogar das Gefühl, man wäre alleine auf Fraser Island.

 
 

Tipps:

  • Wenn Sie ein Auto für die Insel mieten, sollten Sie dies telefonisch machen (Touristeninformation vor Ort). So sparen Sie viel Zeit und auch Geld. Ein Allradauto einer normalen Autovermietung ist nicht Inseltauglich und kann nicht mitgenommen werden.
  • Achten Sie auf die Gezeiten für Ihren Ausflugtag. Wenn die Flut schlecht liegt, können Sie nur sehr wenig am Strand der Insel entlang fahren, was Ihre Möglichkeiten stark einschränken könnte.
  • Nehmen Sie genügend Lebensmittel mit auf die Insel. Es gibt zwar einige kleine Restaurants in den Resorts, die Preise sind allerdings alles andere als niedrig.
  • Halten Sie sich an die Regeln auf der Insel. Sie müssen beispielsweise eine Fahrerlaubnis haben (circa 40 Dollar; Stand 07/2010) und Ihren Müll beseitigen (falls Sie Müll liegen lassen, können hohe Geldstrafen folgen).
  • Informieren Sie sich über die Fahrzeiten der Fähre. Im Winter kann es zu Einschränkungen kommen. Nehmen Sie die Fähre ganz früh am Morgen, wenn Sie nur einen Tag auf der Insel sind. Am besten ist allerdings, man nimmt sich zwei oder sogar drei Tage Zeit zum Erkunden von Fraser Island. Ein Tag hat sich als sehr knapp herausgestellt. Planen Sie, wenn möglich, mehr als einen Tag für Fraser Island ein. Sie können auf der Insel zelten oder in einem der Resorts wohnen. An einem Tag schafft man nur ausgewählte Ziele.
  • Informieren Sie sich vor Ihrem Trip auf der Internetseite der Insel und der Regierung von Queensland über eventuelle Beeinträchtigungen auf der Insel. Beispielsweise sind vor allem in den Wintermonaten Instandhaltungsarbeiten auf der Insel möglich.

Fraser Island war toll und einzigartig. Sie werden Ihren Ausflug auf Fraser Island mit Sicherheit genießen. Viel Spaß!